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Deutschland: IKRK übergibt Leitung des Internationalen Suchdienstes

29-11-2012 News Release 12/230

Genf (IKRK) – Das IKRK wird sich nach über einem halben Jahrhundert aus der Leitung des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen verabschieden. Der ISD wurde 1943 gegründet, um die Anfragen von Millionen von Familien zu beantworten, die im II. Weltkrieg den Kontakt mit Angehörigen verloren hatten.

In seiner Rede vom 29. November vor dem ISD sagte IKRK-Präsident Peter Maurer: "Das IKRK übergibt die Leitung des ISD, aber wir verlassen ihn nicht.” Er unterstrich, dass das IKRK in regelmässigem Kontakt mit dem ISD bleiben werde, und d zwar sowohl über seinen Zentralen Suchdienst in Genf als auch über die Suchdienste der IKRK-Delegationen und der nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in aller Welt. Das IKRK wird weiterhin seine technische Expertise zur Verfügung stellen und dem ISD helfen, den Opfern der Naziverfolgungen und ihren Familien zu dienen.

“Der ISD will Menschen dienen“, fügte Peter Maurer hinzu. “Gewiss, er besitzt Archive, aber diese Archive spiegeln Menschen und das undenkbare Leiden so vieler Millionen während des II. Weltkriegs und danach wider.“

In den Archiven sind die Daten von Zivilisten verzeichnet, die in den Konzentrations- oder Arbeitslagern der Nazis festgehalten wurden, sowie von Menschen, die im Laufe des Zweiten Weltkriegs aus ihren Heimstätten fliehen mussten. Die Archive enthalten mehr als 50 Millionen Dateien über mehr als 17,5 Millionen von den Nazis verfolgte Zivilisten.

Seit der Gründung des ISD legt gemäss den Bonner Abkommen von 1955 und ihren Protokollen aus dem Jahre 2006 der aus 11 Nationen zusammengesetzte Internationale Ausschuss für den Internationalen Suchdienst (ICITS) die Regeln für die Arbeit des ISD fest. Die folgenden Länder gehören dem Ausschuss an: Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Israel, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Polen, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Seit 1955 leitete das IKRK als neutrales und unabhängiges Aufsichtsorgan den ISD im Namen des ICITS.

Die Aufgaben des ISD gehen jetzt über die rein humanitäre Tätigkeit hinaus und schliessen auch Forschungsarbeiten ein. Institutioneller Partner soll ab dem 1. Januar 2013 das Bundesarchiv werden. Als neuen Direktor ernannte der Internationale Ausschuss die Geschichtsprofessorin Rebecca Boehling, welche die Arbeit der vergangenen fünf Jahrzehnte weiterführen und ausbauen wird.

Weitere Auskunft erteilen:

Anastasia Isyuk, IKRK Genf, Tel.: +41 22 730 3023, oder +41 79 251 9302
Marie Claire Feghali, IKRK Genf, Tel.: + 41 22 730 2578, oder + 41 79 244 64 63
Kathrin Flor, ISD, Tel.: +49 5691 629-116
oder besuchen Sie die Website des ISD: www.its-arolsen.org

 

Institutioneller Partner soll zukünftig das Bundesarchiv werden