Humanitäres Völkerrecht und Richtlinien über

Schutz der Gesundheitsversorgung

Schutz der Gesundheitsversorgung in bewaffneten Konflikten und anderen Gewaltsituationen

Gaza Field Hospital. Surgeons at work (2024). Hisham Mhanna/ICRC

Gesundheitsversorgung an der Front

Wenn Kämpfe ausbrechen, entscheidet der Zugang zu medizinischer Versorgung über Leben und Tod. Doch genau in diesen Situationen sind die medizinischen Dienste am stärksten gefährdet.

Weltweit werden Ärztinnen und Ärzte, Pflege- und Ambulanzpersonal, Rettungssanitäterinnen und -sanitäter, Spitäler und Kliniken – ja sogar die Verwundeten und Kranken selbst – angegriffen. Es handelt sich dabei nicht um Einzelfälle. Diese Vorfälle sind Teil eines Musters der Gewalt, das die Versorgung genau dann unterbindet, wenn sie am meisten gebraucht wird.

Eine Beeinträchtigung der medizinischen Versorgung hat unmittelbare und weitreichende Folgen: Menschen sterben an Verletzungen, die man eigentlich behandeln könnte. Frauen können ihre Babys nicht sicher zur Welt bringen. Kinder verpassen Impftermine. Ganze Gemeinschaften werden von grundlegenden Diensten abgeschnitten. In einigen Fällen bricht die Gesundheitsversorgung gar völlig zusammen.

Der Schutz der Gesundheitsdienste ist nicht nur ein medizinisches Anliegen – sondern ein humanitäres Gebot.

Die Gesundheitsversorgung darf nie zum Angriffsziel werden.

Darum geht’s

Gewalt gegen die gesundheitliche Versorgung kann unterschiedlichste Formen annehmen und jeden einzelnen Aspekt des Systems betreffen.

Angriffe, Drohungen, die Behinderung und der Missbrauch von Gesundheitsdiensten untergraben die Fähigkeit des medizinischen Personals, unparteiische Versorgung zu leisten. Zudem verhindern sie, dass die Menschen sicheren und rechtzeitigen Zugang zu der von ihnen benötigten Behandlung erhalten.

Diese Gefahr zu verstehen, ist der erste Schritt, um sie zu verhindern.

Die Initiative „Health Care in Danger“

Der Schutz der Gesundheitsversorgung ist ein zentrales Anliegen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

Gestützt auf ihre langjährige Arbeit wurde die Initiative „Health Care in Danger“ (Gesundheitsversorgung in Gefahr, kurz HCID) nach einer Resolution der 31. Internationalen Konferenz im Jahr 2011 geschaffen und nach einer weiteren Resolution 2015 gestärkt.

Die Initiative baut auf Praxiserfahrungen aus den Einsätzen auf und wird in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften umgesetzt.

Erfahren Sie mehr über die HCID-Initiative (Englisch)

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Veröffentlichungen und Berichte