Infolge der zunehmenden Kampfhandlungen, die das Gesundheitssystem im gesamten Jemen enorm belasten, gehört diese Lieferung zu einem umfassenderen Notfallplan des IKRK, der auch das Gouvernement Marib einschliesst, wo seit Ende August ein mobiles OP-Team des IKRK stationiert ist.
„Die jüngste Eskalation der Kämpfe überfordert die Spitäler, die mit erheblichen Engpässen bei medizinischem Material sowie dem Zustrom von Verwundeten zu kämpfen haben“, sagte Christine Cipolla, IKRK-Delegationsleiterin im Jemen. „Diese dringende Unterstützung wird den Spitälern helfen, die lebensrettende Versorgung für diejenigen fortzusetzen, die dringend darauf angewiesen sind.“
Das IKRK wird die Lieferungen zügig an Spitäler und Gesundheitseinrichtungen der Erstversorgung im ganzen Land verteilen.
In Marib stehen die Gesundheitseinrichtungen unter besonderem Druck. Das mobile OP-Team des IKRK ist seit dem 23. August im „Marib General Hospital“ im Einsatz, um die Fähigkeiten, bei Notfällen schnell und richtig zu reagieren, zu stärken. Das Team arbeitet mit dem jemenitischen Gesundheitspersonal zusammen, um eine Notfalltriage vorzunehmen und chirurgische Eingriffe durchzuführen.
Zusätzlich zu den seit Ende Juli an wichtige Spitäler und Gesundheitseinrichtungen gelieferten medizinischen Hilfsgütern setzt sich das IKRK dafür ein, weitere Vorräte bereitzustellen, um die Einsatzkapazitäten im Notfall zu stärken und den Druck auf die Gesundheitseinrichtungen an den Frontlinien zu verringern.
Das IKRK hat auch seine Unterstützung für die Jemenitische Rothalbmondgesellschaft verstärkt. So sind jetzt auf beiden Seiten der Frontlinie über 50 Krankenwagen der Jemenitischen Rothalbmondgesellschaft einsatzbereit.
Das IKRK ist weiterhin fest entschlossen, die dringend benötigte humanitäre Hilfe für die Menschen im gesamten Jemen zu leisten. Dennoch könnte das Ausmass der derzeitigen Krise die vorhandenen Einsatzkapazitäten rasch übersteigen. In einigen Teilen des Landes ist das IKRK die einzige internationale humanitäre Organisation, die vor Ort präsent und aktiv tätig ist.
„Wir verfolgen eine rein humanitäre Mission und ergreifen im Konflikt keine Partei“, sagte Cipolla. „Wir wollen vor allem menschliches Leid lindern, die vom Konflikt betroffenen Personen schützen und sicherstellen, dass grundlegende Dienstleistungen und Hilfsgüter die Menschen in Not erreichen. Wir sind weiterhin mit allen Konfliktparteien in Kontakt und fordern sie auf, die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur zu schützen.“
Über das IKRK
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) setzt sich seit 1863 dafür ein, in Kriegen und bewaffneten Konflikten Leid zu lindern und Menschenwürde zu wahren. Gemeinsam mit den Partnern aus der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung leistet das IKRK lebensrettende Hilfe an den Frontlinien und bemüht sich darum, Familien zusammenzuführen und das Schicksal vermisster Personen zu klären.
In oftmals vertraulichen Gesprächen mit Behörden und Streitkräften auf allen Seiten tritt das IKRK für eine menschenwürdige Behandlung von Häftlingen ein und drängt auf die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, um die Zivilbevölkerung vor Schaden zu schützen; dazu zählen auch Schäden, die online verursacht werden.
Weitere Informationen:
Iscander Saeed, IKRK Sanaa: +967 730500719, ialmamari@icrc.org
IKRK Genf, +41 22 730 34 43, press@icrc.org
Hachem Osseiran, IKRK Dubai, +971 50 425 4091, hosseiran@icrc.org