Medienmitteilung

Sudan: Luftangriffe auf bewohnte Gebiete gefährden Zivilpersonen

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Port Sudan (IKRK) – In den vergangenen Wochen haben Luftangriffe im ganzen Land zu einem besorgniserregenden Anstieg der zivilen Schäden geführt. Die meisten Angriffe dürften mit bewaffneten Drohnen ausgeführt worden sein. 

Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden Wohngebiete, Märkte und Vertriebenenunterkünfte, wobei Berichten zufolge Hunderte Tote verzeichnet wurden. Dies lässt ernsthafte Bedenken über den Schutz der Zivilbevölkerung aufkommen und könnte die grösste humanitäre Krise der Welt weiter verschlimmern.

„Der Einsatz von Drohnen ändert nichts an den Regeln im Krieg. Technologie entbindet jene, die sie einsetzen, nicht von ihren Verpflichtungen unter dem humanitären Völkerrecht“, so Lorenzo Caraffi, Delegationsleiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), im Sudan. 

Gemäss humanitärem Völkerrecht müssen jene, die Angriffe planen, genehmigen oder ausführen, stets zwischen zivilen und militärischen Zielen unterscheiden. Unterschiedslose und unverhältnismässige Angriffe sind verboten.  Alle praktisch möglichen Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung ziviler Schäden müssen getroffen werden. 

Das IKRK unterstützt Spitäler im ganzen Land mit wichtigen medizinischen Gütern, spezialisierten chirurgischen Teams und anderer Hilfe, damit sie den Zustrom von Kriegsverletzten bewältigen können. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 registrierten die vom IKRK unterstützten Spitäler über 2 700 Patientinnen und Patienten mit Waffenverletzungen.

Das IKRK fordert alle Seiten eindringlich dazu auf, die absehbaren humanitären Konsequenzen des Einsatzes von bewaffneten Drohnen, insbesondere in bewohnten Gebieten, zu berücksichtigen. 

Weitere Informationen:

Fareed Al-Homaid, IKRK Port Sudan, Tel.: +249 100 999 477 | +249 900 940 377, falhomaid@icrc.org
Press Office, IKRK Genf, Tel.: +41 22 730 34 43, press@icrc.org