Aktivitäten für Migranten

Viele Migranten kommen sicher in ihrem Bestimmungsland an und integrieren sich in die neue Gesellschaft. Andere jedoch erleiden grosse Not, die ihre körperliche Unversehrtheit und mentale Gesundheit sowie die ihrer Familien beeinträchtigt. Migranten durchqueren häufig Gegenden, in denen bewaffnete Konflikte oder andere Situationen von Gewalt herrschen, die zur Falle für sie werden. Entlang der Strecke werden sie leichte Beute für Missbrauch und Ausbeutung und sind unzähligen anderen Risiken ausgesetzt.

Manche Migranten verlieren den Kontakt zu ihren Familien, andere erleiden Unfälle oder ernste Krankheiten und haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und wieder andere werden inhaftiert, weil sie illegal in ein Land eingereist sind oder sich rechtswidrig dort aufhalten. Und wiederum andere werden auf ihrer Suche nach Hilfe diskriminiert. Jedes Jahr sterben unterwegs Tausende Migranten oder werden als vermisst gemeldet und hinterlassen ihre Familien ohne Antwort.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz möchte genau diesen gefährdeten Migranten helfen.

Unser Ansatz

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) regt die Menschen weder zu Migration an noch hält es sie davon ab. Es konzentriert sich vielmehr darauf, den anfälligsten unter ihnen zu helfen, unabhängig von ihrem rechtlichen Status. Das IKRK bemüht sich darum, sicherzustellen, dass Migranten den Schutz erhalten, der ihnen nach internationalem und nationalem Recht zusteht, darunter der besondere Schutz für Flüchtlinge oder Asylsuchende. Das IKRK passt seine Aktivitäten an die Bedürfnisse und Schutzlosigkeit der Migranten an, die von Ort zu Ort unterschiedlich sein können.

Vor dem Hintergrund der überregionalen Natur der Migration greifen das IKRK und die gesamte Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung auf ihre Präsenz entlang der Migrationsrouten zurück, um die Bedürfnisse der schutzlosen Migranten besser zu verstehen und die bestehenden Lücken bei der Bereitstellung von Schutz und Unterstützung zu schliessen.

Die Arbeit des IKRK im Interesse der schutzlosen Migranten und ihrer Familien findet meist in Gegenden statt, die von bewaffneten Konflikten und anderen Situationen von Gewalt betroffen sind. Das IKRK ist jederzeit verfügbar, um den Nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften entsprechende technische Beratung und/oder operative Unterstützung zu bieten, unter anderem in Bereichen wie Familienzusammenführungen, Aktivitäten für inhaftierte Migranten und anderen Aspekten der Schutzbedürftigkeit.

Das IKRK bemüht sich um eine Zusammenarbeit mit den Staaten, welche die Hauptverantwortung für die Gewährleistung der Sicherheit für alle Menschen unabhängig von ihrem Einwanderungsstatus auf ihrem Staatsgebiet und innerhalb ihrer Rechtsprechung tragen. Das IKRK erinnert die Staaten an ihre Verpflichtungen gegenüber Migranten gemäss nationalem und internationalem Recht.

Das IKRK erkennt an, dass das Ausmass der humanitären Bedürfnisse einer effizienten Kooperation bedarf, um die Bedürfnisse der schutzlosen Migranten zu erfüllen. Dabei wird nicht nur der Tätigkeitsbereich anderer Akteure berücksichtigt, sondern auch eine Zusammenarbeit mit Organisationen, die über Erfahrungen mit Migrationsbevölkerungen verfügen, angestrebt. Diese Koordinierung mit der Zivilgesellschaft und der humanitären Gemeinschaft innerhalb und ausserhalb der Bewegung ist ein integraler Bestandteil der Arbeit des IKRK.

Auf politischer Ebene trägt das IKRK falls erforderlich zur Debatte über Migration bei, indem es an regionalen und globalen Foren teilnimmt und auf seine Erfahrungen vor Ort zurückgreift. Das IKRK begrüsst die gemeinsamen Bemühungen und innovativen Ansätze zur Erhöhung des Schutzes bedürftiger Migranten und ihrer Familien auf lokaler, regionaler und globaler Ebene.

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