Südafrika: IKRK fordert Staaten zur Unterstützung humanitärer Hilfe auf
Aus dem Schweizer Konsulat in Kapstadt (Südafrika) lancierte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seinen jährlichen Appell zur Durchführung humanitärer Einsätze in mehr als 20 afrikanischen Ländern im Jahr 2026.
Nahezu 40 % der Einsätze und des Gesamtbudgets des IKRK entfallen auf diesen Kontinent. Dies macht sowohl den Umfang des humanitären Bedarfs als auch das Engagement des IKRK für die betroffenen Bevölkerungsgruppen deutlich.
Der Appell des IKRK dient nicht nur der Finanzierung seiner Einsätze, sondern auch seinen Bemühungen, die Unterstützung der Staaten für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts (HVR) zu fördern, um so den Weg zu einem dauerhaften Frieden zu ebnen.
«Derzeit gibt es weltweit rund 130 Konflikte. Wie können wir angesichts der Verwüstungen durch den Krieg die Augen verschliessen? Ein Beitrag zur humanitären Hilfe ist ein Zeichen des Widerstands und der Hoffnung, und er erinnert uns daran, dass es auch im Krieg Regeln der Menschlichkeit geben muss», sagte Mirko Manzoni, der Schweizer Botschafter in Südafrika.
Ansprache des Schweizer Botschafters in Südafrika, Mirko Manzoni, bei der Lancierung des IKRK-Appells in Kapstadt.
Humanitäre Krisen dürfen nicht ignoriert werden
Afrika ist von einer besorgniserregenden Zuspitzung bewaffneter Konflikte betroffen. Sie vervielfachen sich nicht nur, sondern weiten sich auch aus und destabilisieren ganze Regionen.
Von der Sahelzone über das Horn von Afrika bis hin zu den Großen Seen hat die Gewalt in Ländern wie dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, Mali, Somalia und dem Südsudan grenzüberschreitende Auswirkungen und verschärft humanitäre Krisen, durch die Millionen Menschen innerhalb und ausserhalb ihrer Länder zur Flucht gezwungen werden.
«Humanitäre Krisen werden auch weiterhin verwaltet, aber nicht beigelegt. Es ist dringend notwendig, unsere operativen Kapazitäten auszubauen und Defizite zu beheben, um den derzeitigen Herausforderungen gewachsen zu sein», sagte Patrick Youssef, Regionaldirektor des IKRK für Afrika.
Rund 40 % der bewaffneten Konflikte weltweit finden in Afrika statt, und fast 40 % der Ressourcen des IKRK werden für Einsätze auf diesem Kontinent bereitgestellt.
Die Einhaltung des HVR ebnet den Weg zum Frieden
Aus Südafrika, einem Gründungsmitglied der Globalen Initiative, um dem politischen Engagement für das humanitäre Völkerrecht neuen Schwung zu verleihen, fordert das IKRK die Staaten eindringlich auf, dieser Initiative grösste politische Unterstützung zukommen zu lassen.
Patrick Youssef, Regionaldirektor des IKRK für Afrika, bei der Lancierung des IKRK-Appells in Kapstadt.