Blaise Matuidi setzt sich zusammen mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz für den Schutz von medizinischem Personal in Konfliktgebieten ein

Blaise Matuidi setzt sich zusammen mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz für den Schutz von medizinischem Personal in Konfliktgebieten ein

Genf (IKRK) - In einer idealen Welt sollten Menschen im Gesundheitswesen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um anderen zu helfen, genauso bejubelt werden wie prominente Fussballspieler.
News release 19. Mai 2021

Die Realität könnte leider unterschiedlicher nicht sein: Zwischen 2016 und 2020 beklagte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mindestens 3780 Angriffe auf medizinisches Personal und medizinische Einrichtungen in durchschnittlich 33 Ländern pro Jahr. Um die essenzielle Rolle des Gesundheitswesens sowie die Notwendigkeit des Schutzes von medizinischem Personal hervorzuheben, lancieren das IKRK, Blaise Matuidi und die Agentur Saatchi & Saatchi eine Informationskampagne.

Blaise Matuidi ist der Demokratischen Republik Kongo besonders verbunden, und die Tatsache, dass dieses Land zu den am stärksten von Gewalt betroffenen Nationen weltweit gehört, hat den Fussballer dazu veranlasst, sich dieser Kampagne anzuschliessen. „Es ist schrecklich, dass Menschen, die uns in der DRK oder anderswo jeden Tag medizinisch versorgen, Opfer von Gewalt werden können", beklagte Blaise Matuidi. „Ärzte, Sanitäter, Pflegekräfte – sie alle sollten dieselbe Unterstützung in der Bevölkerung geniessen wie wir Fussballer."

Das IKRK macht regelmässig auf die zahlreich stattfindenden gewaltsamen Angriffe gegen Gesundheitspersonal aufmerksam und hofft mit Unterstützung von Blaise Matuidi und der Agentur Saatchi & Saatchi auf ein grösseres Engagement der Öffentlichkeit in diesem Bereich. „Die Bemühungen zum Schutz des medizinischen Personals und der medizinischen Einrichtungen reichen nicht aus. Wir brauchen konkrete Massnahmen. Wir brauchen einen stärkeren rechtlichen Rahmen, der auch entsprechend strikt umgesetzt wird, sichere medizinische Einrichtungen und angemessene Schulungen", so Maciej Polkowski, verantwortlich für die IKRK-Initiative „Health Care in Danger".

Im Rahmen des Engagements von Blaise Matuidi und Saatchi & Saatchi ist ein Film entstanden, in dem ein imaginäres Publikum das OP-Team einer Klinik mit derselben Begeisterung anfeuert wie Fussballfans ihre Mannschaft. „Der Zuschauer verfolgt hier eine chirurgische Operation mit der gleichen Spannung, wie ein entscheidendes Fussballspiel. Der Chirurg wird zum Star, den die Kamera bei jedem Schritt verfolgt – vom Aufwärmen bis zur Pokalübergabe. Der Rollentausch wird durch den Auftritt von Blaise Matuidi noch weiter verstärkt und ermöglicht auf eindrückliche Weise, Bewusstsein für die Problematik zu schaffen", erklärt der Regisseur des Films, Stéphane Barbato.

Der Schutz des medizinischen Personals gehört zur täglichen Arbeit des IKRK, das eng mit den Gesundheitsbehörden in den jeweiligen Einsatzländern zusammenarbeitet. Das IKRK arbeitet insbesondere auch mit den Spitalverwaltungen an Massnahmen, um Schusswaffen von Spitälern und medizinischen Bereichen wie Notaufnahme fern zu halten. Fünf Monate nach Projektbeginn in einem Land in Südasien stieg die Anzahl an konfiszierten Waffen von zwei auf 42 pro Monat und verringerte so das Risiko für Personal und Patienten auf der Station.

Die Kampagne startet offiziell am 19. Mai auf den Social-Media-Kanälen von Blaise Matuidi, des IKRK und aller Teilnehmer, die der herausragenden Arbeit des medizinischen Personals Tribut zollen und sich dafür einsetzen möchten, dass medizinisches Personal nie wieder Ziel von Gewalt wird.

 

 
Über die IKRK-Daten zu Angriffen auf medizinische Versorgung: Die Angaben betreffen Vorfälle im Zusammenhang mit der Bereitstellung medizinischer Versorgung, die zwischen Januar 2016 und Dezember 2020 von IKRK-Teams in durchschnittlich 33 Einsatzländern des IKRK, d.h. Ländern, in denen Konflikte oder Gewalt herrschen, pro Jahr erhoben wurden. Diese Angaben gelten in keiner Weise als abschliessend, sondern stehen eher stellvertretend für das, was das IKRK in seinen Einsatzländern erlebt. Da die Erhebung solcher Daten oftmals schwierig ist, unterschätzen die Zahlen vermutlich die tatsächliche Anzahl an Angriffen und Behinderungen.

Weitere Informationen:

Moritz Hansen, IKRK Genf, Tel: +41 22 730 35 33

Aktuelles Video-Material des IKRK in Sendequalität: www.icrcvideonewsroom.org