IKRK und IFRC lancieren Spendenaufruf über 3,1 Milliarden Schweizer Franken zur Eindämmung von COVID-19 und der Unterstützung der Schutzbedürftigsten während der Pandemie

28. Mai 2020
IKRK und IFRC lancieren Spendenaufruf über 3,1 Milliarden Schweizer Franken zur Eindämmung von COVID-19 und der Unterstützung der Schutzbedürftigsten während der Pandemie
Präventionsmassnahmen gegen COVID-19 in Mali. IKRK

Genf, 28. Mai 2020 – Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung lanciert einen Spendenaufruf über 3,1 Milliarden Schweizer Franken (3,19 Mrd. US-Dollar) für eine dringende Verstärkung ihres weltweiten Engagements, um die rasche Verbreitung von COVID-19 einzudämmen und die schutzbedürftigsten Menschen in der Pandemie zu unterstützen.

Der koordinierte Aufruf stützt sich auf den vorhergehenden Appell vom 26. März 2020. Er hat zum Ziel, die lebensrettenden Dienste und Unterstützung zu erhöhen, um sowohl die unmittelbaren Auswirkungen der Pandemie wie auch ihre langfristigen sozialen und wirtschaftlichen Folgen anzugehen.

In den fünf Monaten seit dem Ausbruch von COVID-19 ist es dem Virus gelungen, zu einer Bedrohung für alle Bereiche unseres menschlichen Lebens zu werden. Ungleichheiten weiten sich aus, Gemeinschaften sind verunsichert und zahlreiche Entwicklungsfortschritte des letzten Jahrzehntes wurden wieder eingebüsst.

Jagan Chapagain, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), erklärt: „In fragilen humanitären Situationen macht die COVID-19-Pandemie Menschen, die bereits stark gefährdet sind, zusätzlich verwundbar. Wir sind nun mit einer Krise konfrontiert, die sich über eine bereits bestehende Krise legt. Dadurch verschärfen sich Armut und Nahrungsmittelunsicherheit. Gleichzeitig ist die Wirtschaft gelähmt und es mangelt an Zugang zu staatlichen Gesundheitsleistungen, Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene."

„Die Freiwilligen und die Mitarbeitenden der nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften vor Ort vermitteln lebensrettende Dienste und Ausrüstung, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und der Verschlechterung der Lebensgrundlage und der sozioökonomischen Situation schutzbedürftiger Menschen entgegenzuwirken. Der Schutz und die Unterstützung dieser Bevölkerungsgruppen erfordert eine anhaltende und koordinierte Ausweitung des lokalen Engagements des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds, einhergehend mit den bestehenden weltweiten Anstrengungen."

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung besteht aus drei Teilen: dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) und 192 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften.

Robert Mardini, Generaldirektor des IKRK, erläutert: „Diese Pandemie hat eine Krise ausgelöst und führt zu Bedürfnissen, die weit in die Zukunft anhalten werden, sei es bei der Unterstützung im Bereich geistige Gesundheit, bei medizinischer Hilfe in Konfliktgebieten oder dem Wiederaufbau von Lebensgrundlagen. Das IKRK arbeitet Hand in Hand mit der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung an der Schnittstelle zwischen Pandemie, bewaffneten Konflikten und Gewalt. Wir leisten damit Soforthilfe, unterstützen die Familien aber auch langfristig, über die unmittelbaren Folgen der Pandemie hinaus."

  • Die IFRC benötigt Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Schweizer Franken (1,95 Mrd. US-Dollar), um die nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften dabei zu unterstützen, Gesundheitsdienste zu sichern, Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung zu ermöglichen sowie die sozioökonomischen Auswirkungen für die Schutzbedürftigsten zu mildern. Zudem sollen diese Mittel die Kapazitäten der nationalen Gesellschaften stärken, damit sie als entscheidende Akteure vor Ort diese lebenswichtigen Dienste und Programme umsetzen und sicherstellen können, dass ihre Freiwilligen und Mitarbeitenden während dieser Krise Schutz und Unterstützung erhalten. Von den 1,9 Mrd. Schweizer Franken sollen 450 Millionen direkt über das IFRC-Sekretariat zugunsten der nationalen Gesellschaften gesammelt werden.
  • Das IKRK seinerseits ruft zu Spenden in Höhe von 1,2 Milliarden Schweizer Franken (1,24 Mrd. US-Dollar) auf. Damit will es in Konflikt- und Gewaltsituationen Hilfe leisten, medizinischen Einrichtungen und Haftanstalten unter die Arme greifen, die Ausbreitung des Virus unter Vertriebenen und Inhaftierten verlangsamen, diesen Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichen und die nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in ihrem Handeln unterstützen. 366 Millionen Schweizer Franken sollen der kritischen Soforthilfe gegen COVID-19 dienen, 828 Millionen Schweizer Franken der Unterstützung von Aktivitäten zum Umgang mit den breiteren Auswirkungen der Pandemie. Das IKRK ist bestrebt, die dringendsten Bedürfnisse anzugehen. Dazu gehören der Zugang zu Trinkwasser und Lebensbedingungen, die eine angemessene Hygiene ermöglichen, die Unterstützung der sicheren und würdevollen Handhabung von Verstorbenen und die Möglichkeit für gefährdete Gemeinschaften, Zugang zu lebensrettenden Diensten und Informationen zu erhalten.

Seit Beginn der Pandemie unterstützt die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung die nationalen Gesellschaften bei der Stärkung ihrer Gesundheitsdienste, der Arbeit in den Gemeinschaften und der Pandemie-Vorsorge für besonders anfällige Bevölkerungsgruppen. Die nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften auf der ganzen Welt haben ihre Initiativen zur Bewältigung der unterschiedlichen gesundheitlichen und sozioökonomischen Bedürfnisse in ihren jeweiligen Ländern bereits erweitert. Freiwillige helfen zudem mit, Kontakte nachzuverfolgen und Menschen mit COVID-19 zu isolieren und zu behandeln.

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung ist das grösste humanitäre Netzwerk der Welt. Ihre Freiwilligen und Mitarbeitenden in den lokalen Gemeinschaften helfen den verletzlichsten Menschen weltweit: den Einwohnerinnen und Einwohnern von Ländern mit unterbestückten Gesundheits- und Sozialsystemen, Menschen, die Katastrophen erlitten haben, Migrantinnen und Migranten und Vertriebenen, Betroffenen in Konfliktgebieten, die mit anhaltender Gewalt konfrontiert sind, Bewohnerinnen und Bewohnern städtischer Slums, Inhaftierten und Menschen, die unter den sozioökonomischen Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs leiden.

 

Weitere Informationen:

IKRK: Ewan Watson, Sprecher, +41 79 244 64 70, ewatson@icrc.org
Jason Straziuso, Sprecher, +41 79 949 35 12, jstraziuso@icrc.org
Chris Hanger, Sprecher, +41 79 574 06 36, changer@icrc.org
IFRC: Matthew Cochrane, Sprecher, +41 79 251 80 39, matthew.cochrane@ifrc.org
Laura Ngo-Fontaine, Sprecherin, +41 79 570 44 18, laura.ngofontaine@ifrc.org