Seit dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Nahen Osten geraten immer wieder humanitäre Helferinnen und Helfer und medizinisches Personal in die Schusslinie. Sie sind ein Rettungsanker, von dem die Zivilbevölkerung abhängig ist, um zu überleben. Setzt sich dieses Muster fort, werden wir bald um weitere Kolleginnen und Kollegen trauern müssen, die versuchen, Leben zu retten.
In weniger als zwei Wochen sind diese Befürchtungen bereits Realität geworden. Ein Sanitäter des Libanesischen Roten Kreuzes erlag schweren Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, als er verwundeten Zivilpersonen helfen wollte, und weitere wurden verletzt. Im Iran kamen Mitarbeitende der Iranischen Rothalbmondgesellschaft um, als sie bei Kämpfen Zivilpersonen halfen.
Trotz der Gefahren setzen sich die Mitarbeitenden und Freiwilligen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds sowie von Magen David Adom in Israel weiterhin in der ganzen Region dafür ein, Menschen in Not zu helfen.
Das humanitäre Völkerrecht schützt humanitäres Personal. Im März des vergangenen Jahres wurden acht Sanitäter der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft (PRCS) brutal getötet, als sie in Gaza Nothilfe leisteten. Dies sorgte weltweit für Empörung. Dennoch werden humanitäre Helferinnen und Helfer und medizinisches Personal in verschiedenen Konflikten weiterhin getötet, verletzt, entführt oder gefangen genommen, während sie versuchen, Menschen in Not zu erreichen.
Am Mittwoch kam eine UNICEF-Kollegin bei einem Drohnenangriff in der Demokratischen Republik Kongo ums Leben. Im Libanon, im Sudan, in Gaza und im Iran wurden dieses Jahr bereits Mitarbeitende des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds bei der Ausübung ihrer Arbeit getötet.
Wir haben bereits dazu aufgerufen und rufen erneut dazu auf: Staaten und Konfliktparteien müssen sofort konkrete Schritte unternehmen, um jene zu schützen, die alles riskieren, um Leben zu retten. Werden humanitäre Helferinnen und Helfer geschützt, so gilt dies auch für unsere gemeinsame Menschlichkeit. Das Leben unserer Teams und jener, denen sie helfen, hängt davon ab.