Wirtschaftliche Sicherheit

Was beinhaltet wirtschaftliche Sicherheit?

Das IKRK definiert wirtschaftliche Sicherheit als die Möglichkeit von Einzelpersonen, Haushalten oder Dorfgemeinschaften, ihre Grundbedürfnisse nachhaltig und in Würde zu decken. Dies kann je nach materiellen Bedürfnissen des Einzelnen, dem Umfeld und den vorherrschenden kulturellen Standards variieren. Nahrungsmittel, Unterkunft, Kleidung und Hygiene zählen zu den Grundbedürfnissen - gemeinsam mit den damit verbundenen Ausgaben. Weitere Ausgaben, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, sowie die Kosten für Gesundheit und Bildung, gehören ebenso dazu.

Die IKRK-Abteilung für wirtschaftliche Sicherheit (EcoSec) als Teil der Division „Assistance" bemüht sich darum, festzustellen, ob Menschen, die von Krisen oder Konflikten betroffen sind, ihre Grundbedürfnisse nachhaltig befriedigen können. EcoSec greift ein, wenn dies nicht der Fall ist - um Leben zu schützen und Existenzgrundlagen wiederherzustellen.

EcoSec konzentriert sich darauf, die so genannten „wesentlichen Existenzgrundlagen" wiederherzustellen. Dazu gehören:

  1. Nahrungsmittelkonsum: Was essen die Menschen? Deckt ihre Ernährung den Nährstoffbedarf ?
  2. Nahrungsmittelproduktion: Können die Menschen wie gewohnt jagen, fischen sowie Nahrungsmittel und Viehfutter herstellen?
  3. Einkommen: Verdienen oder erhalten die Menschen genug Geld, um ihre Grundausgaben zu decken?
  4. Lebensbedingungen: Sind die Menschen gegen schlechtes Wetter geschützt? Haben sie die Möglichkeit, zu kochen? Können Sie grundlegende Hygienestandards aufrechterhalten?
  5. Kompetenzen: Können Regierungen, die Zivilgesellschaft, Nationale Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaften und andere Organisationen helfen, den Bedürfnissen der Menschen nach wirtschaftlicher Sicherheit nachzukommen?

EcoSec spricht diese Bedürfnisse mit folgenden Massnahmen an:

  • Hilfsaktionen: Diese werden rasch und effizient umgesetzt, um unmittelbar bedrohte Leben und Existenzgrundlangen zu retten und zu schützen. Dabei werden unter anderem Nahrungsmittel und grundlegende Haushaltsartikel verteilt.
  • Aktivitäten zur Unterstützung der Existenzgrundlage: Diese zielen darauf ab, die Lebensgrundlage der von Konflikt betroffenen Menschen nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören neben entsprechenden Aus- und Weiterbildungsmassnahmen unter anderem mikroökonomische Initiativen, Geldtransfers und die Verteilung von landwirtschaftlicher Ausrüstung und Saatgut.
  • Aktivitäten zum Kompetenzaufbau: Diese Aktivitäten dienen dazu, die Kompetenzen wichtiger lokaler Institutionen aufzubauen, damit von Krisen oder Konflikt betroffenen Menschen auf ein verbessertes Dienstleistungsangebot zurückgreifen können. Für eine maximale Wirksamkeit werden diese Aktivitäten häufig mit Programmen zur Unterstützung der Existenzgrundlage kombiniert. So arbeitet EcoSec z.B. bei der Durchführung von Impfkampagnen des Viehbestands in Konfliktzonen mit lokalen Tierärzten zusammen.

EcoSec bemüht sich darum, den Anliegen der Betroffenen immer Vorrang zu geben. Wir stellen sicher, dass sie gut informiert sind, ihre Bedürfnisse erfüllt werden und ihre Stimme gehört wird. Darüber hinaus stellen wir durch eine Bedarfsanalyse und eine rigorose Überwachung und Bewertung sicher, dass unsere Programme weiterhin relevante und immer noch bessere Hilfe bieten. Das EcoSec-Personal besteht aus Experten in den Bereichen Lebensunterhalts-Analysen, Ernährung, Agrarwissenschaft und Landwirtschaft, Tiermedizin, Viehwirtschaft und Finanzmanagement.