Unsere Arbeit in Armenien 2018

Unsere Arbeit in Armenien 2018

Article 05. April 2019 Armenien

In Armenien leistet das IKRK in erster Linie Hilfe für Zivilpersonen in grenznahen Gebieten, Familien mit vermissten Angehörigen, Minenopfern und Inhaftierten. Des Weiteren setzen wir uns bei Behörden, Hochschulpersonal, Studierenden und Armeeangehörigen für die Verbreitung und Einhaltung des humanitären Völkerrechts (HVR) ein. Unser wichtigster Partner in Armenien ist das Armenische Rote Kreuz (ARC), mit dem wir die Hilfe für die vom Konflikt betroffenen Menschen koordinieren.

2018 setzten wir die Unterstützung für hilfsbedürftige Familien in Orten an der Grenze zu Aserbaidschan fort, wo die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen extrem schlecht sind. 145 Familien in den Gemeinden Dovegh und Aygepar (Provinz Tawusch) erhielten Zuschüsse für die Gründung von Kleinbetrieben. Ausserdem gewährten wir 50 besonders hilfsbedürftigen Familien, die wegen ihres Alters, ihres Gesundheitszustandes oder aus anderen Gründen nicht geschäftsfähig sind, Mehrzweck-Beihilfen.

 

Wir unterstützten die Grenzgemeinden Sarigyugh, Baghanis, Koti und Aygepar durch den Bau eines Pumpwerks und einer Wasserentnahmestation, die Installation von Kunststoffspeichern, Wasserzählern, öffentlichen Wasserhähnen, Leitungen, Kontrollschächten und anderen technischen Komponenten.

3300
Personen erhielten besseren Zugang zu Wasser.

Des Weiteren bauten wir Sicherheitsbereiche, ummauerten exponierte Fenster und errichteten Schutzwände für Kindergärten, Schulen und andere öffentliche Gebäude, teilweise dank der Partnerschaft mit dem Armenischen und dem Deutschen Roten Kreuz.

1335
Personen leben heute sicherer, weil sie den konfliktbedingten Gefahren weniger ausgesetzt sind.

Gemeinsam mit ARC-Ausbildern organisierten wir Erste-Hilfe-Kurse, informierten über lebensrettende Massnahmen und verteilten Verbandskästen an rund 200 Mitglieder von Zivilschutzteams des Ministeriums für Notsituationen.

Wir setzten die Entnahme biologischer Referenzproben in Form von Mundschleimhautabstrichen von Blutsverwandten der Personen fort, die während des Bergkarabach-Konflikts vermisst wurden. Bislang entnahmen wir in Armenien Proben von 1 122 Blutsverwandten von 344 Vermissten.

 

2018 konnten mehr als 620 Minenopfer dank mikroökonomischer Initiativen, dem Gebäudereparaturprogramm und bedingungslosen Barzuschüssen ihre Lebensbedingungen verbessern.

Im November beschloss die armenische Regierung, in- und ausländischen Häftlingen, die keine Kurzbesuche von Angehörigen erhalten, künftig Videogespräche mit ihren Familien zu erlauben. Wir unterstützten die Einrichtung eines entsprechenden Pilotprojekts und schenkten Haftanstalten im ganzen Land Computer und IT-Zubehör.

3000
Häftlinge wurden besucht, um ihre Behandlung und Haftbedingungen zu prüfen und ihnen zu helfen, den Kontakt zu Angehörigen aufrechtzuerhalten.

Wir führten Mitglieder der armenischen Streitkräfte in das humanitäre Völkerrecht ein und organisierten die Einweisung und Schulung von rund 390 Ausbildern, Kommandanten und stellvertretenden Kommandanten des Grenzschutzes sowie von Soldaten vor Einsätzen bei Friedensmissionen im Ausland. Zudem veranstalteten wir für Soldaten, die in der Provinz Tawusch in Grenznähe stationiert sind, vier Schulungen zum Thema IKRK-Mandat und Grundzüge des HVR.

2018 erweiterten wir unseren nationalen HVR-Sommerkurs zur ersten regionalen HVR-Sommerschule und organisierten auch ein simuliertes Gerichtsverfahren. Wir unterstützten die 11. Internationale HVR-Konferenz für junge Forschende in Jerewan und konnten so Studierende, Experten und Fachleute aus Armenien und dem Ausland zusammenbringen.

 

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Dokumenten: