„Millionen Menschen im Irak leiden weiterhin unter den Folgen der Kriege. Um den Menschen weiteres Leid zu ersparen, muss weitere Gewalt verhindert werden“, sagte IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric zum Abschluss ihres zweitägigen Besuchs im Irak. „Die Sicherung weiterer Fortschritte im Land hängt von einer kollektiven Verpflichtung ab, die Spannungen in der gesamten Region zu entschärfen.“
Im Rahmen einer Reihe von Gesprächen in der gesamten Region traf sich Präsidentin Spoljaric mit dem Präsidenten der Republik Irak, Nizar Amidi, dem scheidenden Premierminister Mohammed Schia' al-Sudani, Parlamentssprecher Haibat al-Halbousi, dem Präsidenten des Hohen Justizrats, Faiq Zaidan, und Justizminister Khaled Shwani. Sie tauschte sich auch mit dem Präsidenten der Irakischen Rothalbmondgesellschaft, Dr. Yassin Al-Mamouri, über die kontinuierliche Zusammenarbeit der Organisation mit dem IKRK aus.
Präsident Spoljaric besuchte das Al-Karkh-Gefängnis in Bagdad, wo das IKRK Häftlinge, darunter auch Angehörige von Drittstaaten, unterstützt, den Kontakt zu ihren Familien wiederherzustellen. Das IKRK unterstützt die Behörden bei der Verbesserung der Lebensbedingungen durch die Bereitstellung von Fachwissen im Gesundheits- und Infrastrukturbereich sowie bei der Gewährleistung eines menschenwürdigen und gesetzeskonformen Umgangs mit allen Betroffenen.
„Die irakische Regierung musste sich kürzlich um fast 6 000 aus Syrien überführte Häftlinge kümmern – eine Herausforderung, die jedes Land belasten würde. Unter ihnen sind Hunderte von Kindern, die in einen Krieg verwickelt wurden, den sie sich nicht ausgesucht haben, und die fast zehn Jahre in Lagern verbracht haben, ohne Zugang zu Bildung oder einer Gesundheitsversorgung sowie ohne irgendeine Hoffnung für die Zukunft“, sagte sie. „Der Irak sollte das nicht allein tragen müssen. Alle betroffenen Staaten müssen Verantwortung für eine dauerhafte Lösung übernehmen.“
Über das IKRK
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) setzt sich seit 1863 dafür ein, in Kriegen und bewaffneten Konflikten Leid zu lindern und die Menschenwürde zu wahren. Gemeinsam mit den Partnern aus der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung leistet das IKRK lebensrettende Hilfe an den Frontlinien und bemüht sich darum, Familien zusammenzuführen und das Schicksal vermisster Personen zu klären.
In oftmals vertraulichen Gesprächen mit Behörden und Streitkräften auf allen Seiten tritt das IKRK für eine menschenwürdige Behandlung von Häftlingen ein und drängt auf die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, um die Zivilbevölkerung vor Schaden zu schützen; dazu zählen auch Schäden, die online verursacht werden.
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Pressestelle, IKRK Genf, Tel.: +41 22 730 34 43, press@icrc.org