Als Zainab im Zentrum für Ernährungstherapie in Damaturu im Bundesstaat Yobe ankam, lag ihr 22 Monate alter Sohn Umar praktisch bewusstlos in ihren Armen. Sein Gesicht und seine Füsse waren so stark angeschwollen, dass seine Haut maximal gespannt war. „Ich dachte, ich würde ihn verlieren“, erinnert sie sich.
Zainab kannte zwar den medizinischen Begriff für das Leiden ihres Sohnes nicht, doch sie wusste, dass er sich nicht normal entwickelte. Seit seiner Geburt hatte Umar zu kämpfen: Er ass schlecht, nahm nicht zu und wurde von Tag zu Tag schwächer.
„Das Anschwellen war ein Symptom eines Hungerödems – einer schweren Form von akuter Unterernährung –, das in der Regel durch einen anhaltenden Mangel an essenziellen Nährstoffen verursacht wird“, erklärt Samira Hassan, eine Krankenpflegerin des Zentrums für Ernährungstherapie in Damaturu. Ohne sofortige Behandlung überleben Kinder mit dieser Diagnose nur selten.
Kinder sowie schwangere oder stillende Frauen sind am stärksten gefährdet. In schwer erreichbaren Gegenden – insbesondere in Borno und Teilen von Yobe – ist die Zahl der Fälle schwerer akuter Unterernährung nach wie vor hoch.
Im Zentrum für Ernährungstherapie erhielt Umar therapeutische Nahrung, wurde medizinisch versorgt und engmaschig überwacht. Innerhalb einer Woche ging die Schwellung zurück und er bekam allmählich wieder Appetit. Nun erholt er sich langsam.