COVID-19 in Konfliktgebieten - die Risiken veranschaulicht

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COVID-19 bedroht die Menschen weltweit - Die Risiken, die das Virus für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen darstellt, sind jedoch extrem ungleich verteilt. In von Kriegen erschütterten Ländern steht besonders viel auf dem Spiel. Physical Distancing ist hier ein Privileg und oftmals schlicht unmöglich. Seife und Trinkwasser stehen nicht immer zur Verfügung. An vielen Orten fehlt es an einer grundlegenden Gesundheitsversorgung.

Millionen Menschen, die aufgrund von Krieg und Katastrophen gezwungenermassen ihre Häuser verlassen mussten, leben nun in überfüllten Vertriebenenlagern oder teilen sich Häuser mit anderen Familien. Physical Distancing ist oftmals unmöglich, während Seife, sauberes Wasser und eine Gesundheitsversorgung meist nicht zur Verfügung stehen. Diese Bedingungen bilden einen fruchtbaren Boden für die Ausbreitung von COVID-19, während in vielen Teilen der Welt Krieg und Gewalt die Menschen weiter aus ihren Häusern vertreiben.

"Ich habe wirklich Angst vor COVID-19, weil es eine gefährliche Krankheit ist. Wenn sich das Coronavirus hier ausbreitet, wird es noch schwieriger. Man kann Massnahmen ergreifen, um die Ausbreitung des Virus an bestimmten Orten einzudämmen; hier wird es wirklich schwer, da viele Menschen an einem Ort leben. Wenn sich eine Person ansteckt, werden es alle bekommen." 
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Nyawal aus dem Südsudan

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Physical Distancing

Konflikte stellen eine enorme Belastung für die Gesundheitsversorgung dar. Spitäler und Kliniken sind infolge von Bomben- und Granatangriffen sowie Maschinengewehrsalven nur allzu oft zerstört. Andere sind völlig verwaist, weil es an Geld fehlt bzw. das Personal aufgrund der Sicherheitslage fliehen musste. Dies bedeutet, dass Millionen Menschen keinen Arzt oder keinen Pfleger rufen können, wenn sie krank oder verletzt sind. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Menschen dort, wo wir arbeiten, stunden- oder sogar tagelang unterwegs sind, um die nächstgelegene medizinische Einrichtung zu erreichen – eine Reise, die selbst vermeidbare und behandelbare Krankheiten zu einem tödlichen Risiko werden lässt.

"Aufgrund der allgemeinen Unsicherheit hat das Gesundheitspersonal enorme Angst. Eine Reise nach Barsalogho ist eine riesige Herausforderung, weil die Strassen so gefährlich sind."
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Dr Bertrand Dibri - (Gesundheitsmitarbeiter in Burkina Faso)

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Ärzten

Steigende COVID-19-Zahlen bedeuten ohne Zweifel steigende Todesfälle infolge der Krankheit. Viele Länder haben daher Mühe, mit dieser Situation umzugehen und die Verstorbenen in Würde zu bestatten. Dies ist in den Städten umso schwieriger, wo nicht genug Platz zur Verfügung steht und viele Menschen an COVID-19 erkrankt bzw. daran verstorben sind. Wenn die Behörden nicht schon heute planen, wie sie mit den an COVID-19 Verstorbenen umgehen wollen, befürchten wir, dass es unmöglich wird, die Toten zu registrieren und Bestattungen vorzunehmen, die den Angehörigen einen würdevollen Abschied ermöglichen.

"Die Menschen nehmen die Bedeutung der forensischen Medizin nicht wahr, bis es ihre eigene Familie trifft – Mutter, Bruder oder Kind. Dann wird der Umgang mit den Toten enorm wichtig. Wenn die Länder heute Vorsorge treffen, kann ein würdevoller Umgang mit den Verstorbenen sichergestellt werden. Wenn nicht, werden wir die Toten in Massengräbern beerdigen, und kaum wissen, wer verstorben ist und wo der Leichnam begraben liegt."
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Stephen Fonseca (IKRK-Leiter für forensische Medizin in Afrika)

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Grabstätten und Umgang mit Verstorbenen

 

Anmerkungen für Redakteure:

Die für diese Darstellung verwendeten Daten stammen aus öffentlichen Berichten und Quellen wie Google Earth sowie von Daten des IKRK. Soweit möglich, haben wir für jede Geschichte die Informationsquelle angegeben. Diese Informationen werden verwendet, um das Thema zu veranschaulichen; das IKRK übernimmt keine Verantwortung für die Genauigkeit der öffentlich verfügbaren Datensätze.

Intensivbetten: Somalia: WHO, Afghanistan: Interne IKRK-Daten, Südsudan: International Rescue Committee; Simulation Intensivstationen: WHO
Physical distancing: Bangladesch: UNHCR, ICSG, Syrien: REACH, Südsudan: IOM, UNHCR, CCCM Cluster, Lagerstandards: Sphere
Ärzte pro Kopf: Mali: WHO Afghanistan: WHO Burkina Faso: WHO
Forensische Medizin: ICRC - Management of Dead Bodies after Disasters: A Field Manual for First Responders

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