Wie das IKRK von der Pandemie betroffenen Kindern helfen will / EPA

COVID-19: Wie das IKRK von der Pandemie betroffenen Kindern hilft

Während der COVID-19-Pandemie wurden in nahezu allen Ländern, in denen das IKRK tätig ist, die Schulen geschlossen. Solche Schliessungen kommen in von Konflikten und bewaffneter Gewalt betroffenen Gegenden allzu häufig vor.

Auf dem Höhepunkt der Pandemie konnten mehr als 1,5 Milliarden Kinder in 182 Ländern nur noch teilweise oder gar nicht mehr zur Schule gehen – dies entspricht 91 % der weltweiten Schülerschaft. Während ein Ausschluss von der Schule die Optionen für die Zukunft einschränkt, sind Kinder und Jugendliche in von Krieg und Gewalt betroffenen Gegenden bei Schulschliessungen auch grösseren Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Dazu gehören:

  • Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung zu Hause
  • Rekrutierung von Kindern durch bewaffnete Gruppen
  • Frühe Verheiratung
  • Teenager-Schwangerschaften
  • Kinderarbeit
  • Späteres Fernbleiben von der Schule

Die Hürden für den Schulbesuch sind für Mädchen grösser als für Jungen und sie sind häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt stärker ausgesetzt. Folglich ist ein Schulabbruch bei Mädchen mehr als doppelt so wahrscheinlich als bei Jungen und viele von ihnen nehmen auch später nicht mehr am Unterricht teil. Schulschliessungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie haben dieses Risiko noch verschärft.

Über 48 Millionen Kinder weltweit sind abhängig davon, in der Schule essen zu können – all diese Programme wurden jedoch ausgesetzt. Parallel dazu wird ersichtlich, dass sich die vorbeugenden Massnahmen gegen die Pandemie auf das Einkommen und die Existenzgrundlage der Familien auswirken, die ihre Kinder in der Folge nicht mehr angemessen ernähren können und darauf angewiesen sind, dass sie sich an der Sicherstellung des Haushaltseinkommens beteiligen.

Das Bewusstsein der Regierungen für diese Bedürfnisse und deren Überwachung ist entscheidend für die Zukunft und den Schutz, die Sicherheit und die körperliche Unversehrtheit von Kindern. Das IKRK fordert Regierungen und den privaten Sektor dazu auf zusammenzuarbeiten, um alternative Wege zu finden, damit fortlaufend Zugang zu kinderfreundlichem Fernunterricht angeboten und sichergestellt werden kann, dass die bedürftigsten Kinder nicht auf der Strecke bleiben.

Die COVID-19-Pandemie ist nicht nur eine weltweite gesundheitliche und sozioökonomische Krise, sondern auch eine enorme Bildungskrise mit möglicherweise extrem schwerwiegenden Konsequenzen, insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche, die von bewaffneten Konflikten, Zwangsvertreibungen und langanhaltenden Krisen betroffen sind.

Das IKRK hat sich einem Netzwerk von Organisationen angeschlossen, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Anlässlich des globalen Flüchtlingsforums erfolgte ein Aufruf mit dem Ziel, in Genf einen globalen Hub für Bildung in Notsituationen zu schaffen.

> Zur Stellungnahme der Unterzeichner des Aufrufs

So hilft das IKRK:

Das IKRK hat seine Massnahmen zur Unterstützung von Fernunterricht auf verschiedene Arten angepasst, darunter:

  • Bereitstellung von Papier und Druckern in der Ukraine für die Vorbereitung des Unterrichts;
  • Kauf und Verteilung von Tablets in Armenien und Aserbaidschan zur Unterstützung von Randgruppen;
  • Bezahlung von Breitbandinternet und Aushandlung der Erweiterung von Dienstleistungen sowie Bezahlung von kostenpflichtigen Online-Kursen;
  • Bereitstellung von Material und logistischer Unterstützung für die Vorbereitung von Hausaufgaben auf Papier im Südsudan;
  • Unterstützung hinsichtlich der Hygiene durch die Bereitstellung von Waschbecken, Seife und Desinfektionsmitteln zur Reinigung von Schulen;
  • Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, um zu gewährleisten, dass von Konflikten und Gewalt betroffene Bevölkerungsgruppen die erforderliche Unterstützung erhalten, um den schulischen Unterricht aufrechtzuerhalten oder wieder aufzunehmen (dies ist ein übergreifendes und prioritäres Ziel);
  • Veröffentlichung von kinderfreundlichem Material mit Erklärungen, wie man sich selbst und seine Familie durch Hände waschen, Abstandhalten und Hygiene schützen kann;
  • Unterstützung von Hotlines für Kinder in Not in dieser Zeit;
  • Direkte Unterstützung von Schulküchen in Venezuela;
  • Psychologische Unterstützung für Lehrer;
  • Druck und Erarbeitung von Material für Kinder, darunter Bücher und Spiele zur Aufklärung über COVID-19.